ENTWÄSSERTER KLÄRSCHLAMM
Reduzierter Druckverlust bei Förderung von Klärschlamm
So pumpen Sie Schlammkuchen effizient und wartungsarm über lange Strecken
Wie lässt sich entwässerter Klärschlamm zuverlässig und wirtschaftlich von der Entwässerung bis zur Verladung fördern? Und wie vermeiden Sie gleichzeitig Geruchsbelastung, hohen Wartungsaufwand und ungleichmäßige Beladung? Genau vor diesen Herausforderungen stand eine kommunale Kläranlage in Kalifornien, USA, bei der Modernisierung der Schlammbehandlung.
Als globaler Spezialist für die Förderung komplexer Medien bietet NETZSCH Pumpen & Systeme technisch ausgereifte Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen in Kläranlagen. Wir zeigen Ihnen, wie sich auch hochviskoser Schlammkuchen prozesssicher und effizient fördern lässt.

Individuelle Beratung

Komplexe Anforderungen bei der Schlammförderung
Entwässerter Klärschlamm mit einem Trockensubstanzgehalt von rund 22 Prozent stellt hohe Anforderungen an die Fördertechnik. Das Medium ist hochviskos, neigt zum Anhaften und weist ein stark ausgeprägtes Brückenbildungsrisiko auf. Der hohe Feststoffanteil führt bei ungeeigneten Fördertechnologien zu erhöhtem Verschleiß, während die klebrige, pastöse Konsistenz eine kontinuierliche und störungsfreie Abgabe in die Pumpe erschwert. Zusätzlich führen lange Förderstrecken mit Richtungsänderungen zu Druckverlusten, die sich direkt auf die Energieeffizienz und Auslegung der Anlage auswirken. Offene Fördersysteme begünstigen zudem Geruchsemissionen sowie Materialverluste und beeinträchtigen damit sowohl die Arbeitsumgebung als auch die Betriebssicherheit. Gleichzeitig stellt die gleichmäßige Beladung von neun bis zwölf Meter langen Transportanhängern eine weitere technische Herausforderung dar, die eine punktuelle Abgabe des Materials sowie eine manuelle Verteilung erfordert. Diese Kombination aus anspruchsvollen rheologischen Eigenschaften und spezifischen Anforderungen der Anlage erfordert eine exakt abgestimmte Pumpenlösung, die sowohl prozesssicher als auch wirtschaftlich arbeitet.
Grenzen offener Fördersysteme bei Schlammkuchen
Die Anlage setzte ursprünglich auf ein Förderbandsystem, um den entwässerten Schlamm von der Entwässerungseinheit zu den Transportfahrzeugen zu bewegen. Dieses System erwies sich jedoch sowohl technisch als auch wirtschaftlich als nachteilig. Durch die punktuelle Abgabe des Materials war eine manuelle Verteilung im Trailer erforderlich, um eine gleichmäßige Beladung sicherzustellen. Gleichzeitig führte das offene Fördersystem zu Verschmutzungen sowie zu Geruchsbelastungen im Anlagenumfeld. Hinzu kam ein hoher mechanischer Verschleiß der eingesetzten Komponenten wie Förderbänder, Lager und Antriebe. Mit zunehmender Förderstrecke und zusätzlichen Richtungsänderungen stiegen sowohl die Komplexität als auch die Wartungskosten der Anlage. Insbesondere bei Umlenkungen waren mehrere Antriebe erforderlich, was den Energiebedarf und den Instandhaltungsaufwand zusätzlich erhöhte. Im Zuge der Anlagenerweiterung und der Umstellung auf eine Schneckenpresse entstand daher die Notwendigkeit einer geschlossenen, flexiblen und wartungsarmen Förderlösung, die den gestiegenen Anforderungen gerecht wird.
So pumpen Sie entwässerten Schlammkuchen effizient
In Absprache mit den Expertinnen und Experten von NETZSCH entschieden sich die Betreiber der Kläranlage in Kalifornien für eine NEMO® BF Trichterpumpe mit aBP-Module®, die speziell für hochviskose Medien mit hohem Feststoffanteil ausgelegt ist. Das Funktionsprinzip basiert auf einem rotierenden Rotorrotor,Rotors,rotorsRotor in einem elastischen Stator, wodurch eine kontinuierliche und pulsationsarme Förderung ermöglicht wird. Die Ausführung der Pumpe ist gezielt auf die Anforderungen dieser Anwendung abgestimmt. Ein rechteckiger Einlauftrichter mit integrierter Transportschnecke sorgt für eine optimierte Produktzuführung durch ein vergrößertes Gehäuse und eine aktive Beschickung. Dadurch wird der pastöse Schlamm zuverlässig eingezogen, ohne Lufteinschlüsse oder Förderabbrüche. Zur Vermeidung von Brückenbildung kommt das aBP-Module® zum Einsatz. Zwei langsam rotierende Räder verhindern Materialanhaftungen im Einlaufbereich und sichern so einen kontinuierlichen Materialfluss, auch bei stark klebendem Schlamm. Die Förderung erfolgt in einem geschlossenen Rohrleitungssystem, wodurch Geruchsemissionen und Materialverluste vermieden werden. Gleichzeitig ermöglicht die Rohrleitungsführung mittels Ventiltechnik eine flexible Verteilung des Mediums über mehrere Entnahmestellen. Für lange Förderstrecken wurde zusätzlich die optionale FLR-Technologie (Friction Loss Reduction) integriert. Hierbei wird ein Polymerfilm entlang der Rohrinnenwand aufgebracht, der die Reibung reduziert und dadurch Druckverluste verringert.
Die Auslegung und Implementierung der Gesamtlösung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit dem Anlagenbetreiber, beteiligten Planungsbüros sowie dem lokalen Vertriebspartner. Im laufenden Betrieb zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Gesamtanlageneffizienz. Durch die Optimierung der Rohrleitungsführung und den Einsatz der FLR-Technologie konnte der Systemdruck von 24,8 bar auf 15,2 bar reduziert werden, was einer Verringerung des Druckverlusts um rund ein Drittel entspricht. Gleichzeitig wurde eine stabile Förderung über eine Leitungslänge von 17 Metern realisiert. Darüber hinaus ermöglicht die Lösung eine gleichmäßige Beladung mehrerer Trailer ohne manuelle Eingriffe. Der Wartungsaufwand konnte durch den Wegfall mechanischer Förderkomponenten deutlich reduziert werden, während die Prozesssicherheit auch bei variierenden Schlammkonsistenzen spürbar verbessert wurde.
Kontaktieren auch Sie die Expertinnen und Experten von NETZSCH, um Ihre Anwendung individuell auszulegen und Ihre Schlammförderung zu optimieren. Wir unterstützen Sie gerne bei der technischen Bewertung und Systemintegration.
NEMO® BF Trichterpumpe mit aBP-Module®
- Medium: Entwässerter Klärschlamm
- Fördermenge: 3,4 m³/h
- Druck: 15,2 bar
- Sonstiges: Hochviskos, 22 % Trockensubstanz, stark brückenbildend








