FISCHABFÄLLE
Geschlossenes System optimiert Herstellung von Fischpeptidisolat
So pumpen sie Fischabfälle hygienisch und prozessstabil über hunderte Meter
Ein ecuadorianisches Unternehmen verarbeitet Fischabfälle zu hochwertigem Fischpeptidisolat für die Tierfutterindustrie und stand vor der Herausforderung, die zähflüssigen, inhomogenen Fischreste innerhalb des Werks über mehrere hundert Meter zu transportieren. Um den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden und zugleich wirtschaftlich zu produzieren, wandte sich das Unternehmen an NETZSCH Pumpen & Systeme.
Zusammen mit dem ecuadorianischen Unternehmen entwickelten die Expertinnen und Experten vom globalen Spezialisten für die Förderung komplexer Medien ein geschlossenes System, das deutlich weniger Personalaufwand erfordert und zugleich die hygienischen Ansprüche erfüllt. Hier erfahren Sie, wie wir mit unseren ausgereiften technischen Lösungen Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit vereinen.

Individuelle Beratung

Herausforderungen beim Pumpen von Fischabfällen
Fischabfälle stellen hohe Anforderungen an die eingesetzte Fördertechnik. Das Medium ist inhomogen zusammengesetzt und besteht aus Fischköpfen, Gräten, Haut und Fleisch in wechselnden Stückgrößen. Gleichzeitig weist es eine hohe Feuchte sowie eine zähflüssige Konsistenz auf. Für einen stabilen Förderprozess müssen große Feststoffanteile sicher aufgenommen werden, ohne dass es zu Verstopfungen, erhöhtem Verschleiß oder unzulässigen Scherkräften kommt. Hinzu kommen lange Förderstrecken von mehreren hundert Metern sowie hohe Anforderungen an Sauberkeit und Arbeitssicherheit, da offene Fördersysteme Geruchsbelastung und hygienische Risiken mit sich bringen.
Hoher Logistikaufwand und hygienische Defizite
In der bestehenden Anlage erfolgte der innerbetriebliche Transport der Fischabfälle über lange Schneckenförderer sowie mittels Gabelstapler und offener Boxen. Dieses Konzept war mit hohem logistischem Aufwand verbunden und erforderte einen erheblichen Personaleinsatz. Zudem handelte es sich um ein offenes System, das weder den hygienischen Anforderungen noch den Erwartungen an einen sauberen Produktionsprozess gerecht wurde. Verschmutzungen, aufwendige Reinigungsarbeiten und eingeschränkte Prozessstabilität führten zu erhöhten Betriebs- und Wartungskosten. Eine geschlossene, kontinuierliche Förderlösung war daher erforderlich.
NETZSCH sorgt für stabile, hygienische Förderung
NETZSCH realisierte gemeinsam mit dem ecuadorianischen Unternehmen eine Förderlösung auf Basis von zwei Exzenterschneckenpumpen des Typs NEMO® BF, die durch vorgeschaltete N.Mac® Channel Doppelwellenzerkleinerer ergänzt wurden. Die eingesetzte Pumpentechnologie basiert auf dem bewährten Rotorrotor,Rotors,rotorsRotor-Stator-Förderprinzip, bei dem sich geschlossene Förderkammern kontinuierlich vom Ein- zum Auslass bewegen. Dadurch wird das Medium volumen- und druckstabil gefördert, unabhängig von seiner Viskosität oder Konsistenz. Der großvolumige Einlauftrichter der NEMO® BF Trichterpumpe in Kombination mit der integrierten Transportschnecke sorgt für eine gleichmäßige Produktzuführung auch bei unregelmäßigem Material. Auf diese Weise wird eine stabile Förderung ohne Brückenbildung sichergestellt. Das Prinzip der zugrunde liegenden Exzenterschneckentechnologie ermöglicht zudem eine Förderung mit minimaler Pulsation und geringen Scherkräften, was insbesondere bei der Handhabung empfindlicher Fischabfälle von Vorteil ist. Um große Bestandteile wie Fischköpfe oder Gräten zuverlässig verarbeiten zu können, wurden der Anlage N.Mac® Doppelwellenzerkleinerer vorgeschaltet. Diese übernehmen die Vorzerkleinerung des Mediums, sodass die Feststoffe problemlos in die Förderkammern der Pumpe aufgenommen werden. Das Risiko von Verstopfungen sowie erhöhtem Verschleiß wird dadurch deutlich reduziert. Ergänzt wird das System durch ein vollständig geschlossenes Rohrleitungssystem, das eine offene Handhabung des Mediums überflüssig macht und somit sowohl die Hygiene als auch die Arbeitssicherheit verbessert. Die robuste Bauweise aller eingesetzten Aggregate trägt darüber hinaus zu einem reduzierten Wartungsaufwand und längeren Standzeiten im Dauerbetrieb bei. Eine der installierten Pumpen fördert bis zu fünf Tonnen Fischabfälle pro Stunde über eine rund 230 Meter lange Rohrleitung mit einem Durchmesser von 100 Millimetern. Zur Unterstützung des Transports werden unmittelbar hinter der Pumpe Luftimpulse mit einem Druck von sechs bar in die Rohrleitung eingebracht. Die zweite Pumpe transportiert täglich 15 Tonnen Fischfeststoffe mit einer Feuchte von etwa 40 Prozent über eine 30 Meter lange Zuleitung in denselben Förderstrang, der in einen Sedimentationstank mündet.
Mit dieser Zerkleinerer-Pumpen-Kombination konnte ein vollständig geschlossener Förderprozess realisiert werden. Der bisher notwendige manuelle Transport mittels Gabelstapler und offener Boxen entfällt vollständig. Seit der Inbetriebnahme vor über zwei Jahren arbeitet das System störungsfrei. Der Betreiber profitiert von einer deutlich verbesserten Prozessstabilität, reduzierten Betriebs- und Wartungskosten sowie spürbar besseren hygienischen Bedingungen im Produktionsumfeld. Gleichzeitig konnte der Personaleinsatz für den innerbetrieblichen Transport nachhaltig gesenkt werden.
Kontaktieren Sie die Expertinnen und Experten von NETZSCH Pumpen & Systeme, um Ihre Anwendung gemeinsam zu analysieren. Wir unterstützen Sie gerne bei der Auslegung einer wirtschaftlichen und prozesssicheren Förderlösung für anspruchsvolle Medien.
NEMO® BF Trichterpumpe mit Transportschnecke und N.Mac® Channel Doppelwellenzerkleinerer
- Medium: Fischabfälle
- Fördermenge: Bis zu 50 t/Tag
- Druck: 6 bar
- Sonstiges: Zähflüssig, große Feststoffanteile, Feuchte bis 40 %









