ROHABWASSER
Sanierung ohne Stillstand auch bei wandernder Baustelle
So sichern Sie den unterbrechungsfreien Betrieb einer Kläranlage während der Sanierung
Wie lässt sich eine Kläranlage sanieren, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen? Vor dieser Frage stand die Kläranlage Bad Reichenhall, als im Rahmen einer Betonsanierungsmaßnahme sowohl das Vorklärbecken als auch die zu- und abführenden Rohrleitungen instandgesetzt werden mussten. Da die Baustelle wiederholt den Standort wechselte, kam eine stationäre Lösung nicht infrage. Gefragt war eine Pumpentechnik, die sich flexibel an unterschiedlichen Streckenabschnitten einsetzen lässt, ohne den Reinigungsprozess zu gefährden.
Wir zeigen Ihnen, wie die Kläranlage Bad Reichenhall mit einer mobilen Drehkolbenpumpe sämtliche Reparaturarbeiten ohne Betriebsunterbrechung durchführen konnte.

Individuelle Beratung

Herausforderungen beim Pumpen von Rohabwasser
Rohabwasser aus dem Vorklärbecken enthält einen hohen Feststoffanteil, darunter Sand, Holzreste, Toilettenpapierreste und Fäkalien, mit Korngrößen bis zu 70 Millimetern. Eine Pumpe für diese Anwendung muss solche Störstoffe ohne Verstopfung oder Leistungseinbußen fördern können. Hinzu kommt eine Ansaugtiefe von bis zu sieben Metern aus dem Becken bei schwankenden Wasserständen. Nach Unterbrechungen oder bei Lufteinschluss im Ansaugbereich muss die Pumpe selbsttätig wieder anlaufen. Da die Baustelle im Zuge der Sanierung wiederholt den Ort wechselte, musste die Pumpentechnik zudem eine Förderstrecke von rund 200 Metern zuverlässig überbrücken und sich innerhalb kurzer Zeit an verschiedenen Einsatzorten neu positionieren lassen.
Betonsanierung ohne Betriebsunterbrechung
Mit einem jährlichen Abwasserdurchfluss von rund 3.500.000 Kubikmetern ist die Kläranlage Bad Reichenhall ein wichtiger Bestandteil der städtischen Infrastruktur. Sie wird vollständig von kommunaler Hand betrieben, wobei lokale Kontrolle und nachhaltige Bewirtschaftung im Vordergrund stehen. Im Rahmen einer Betonsanierungsmaßnahme des Vorklärbeckens standen umfangreiche Arbeiten an, bei denen auch die zu- und abführenden Rohrleitungen saniert werden mussten. „Nun kann man eine Kläranlage nicht einfach abschalten, um Zugang zu den betroffenen Stellen zu ermöglichen“, erklärt Peter Wohlschlager, Elektriker bei der Kläranlage Bad Reichenhall. Benötigt wurde daher eine Lösung, mit der sich die Instandsetzung schnell und unkompliziert durchführen ließ, ohne den Betrieb zu unterbrechen. Seit mehreren Jahren sind NEMO® Exzenterschneckenpumpen in Bad Reichenhall im Einsatz. Diese sind jedoch stationär installiert und nicht für eine flexible, wiederholt zu versetzende Umleitung an wechselnden Positionen ausgelegt. Bereits im Jahr 2021 hatte sich die Kläranlage Bad Reichenhall für die Anschaffung eines TORNADO® Mobil als Hochwasserschutzpumpe entschieden, um einen möglichen Ausfall der drei Hochwasserpumpwerke überbrücken zu können. Für die Betonsanierungsmaßnahme lag es daher nahe, dieselbe mobile Pumpe auch für die temporäre Umleitung des Rohabwassers einzusetzen.
Robuste Pumpe auf Rädern für jeden Einsatzort
Nach Rücksprache mit Pitt Mair, Area Sales Manager bei NETZSCH, stand dem Einsatz nichts im Wege: „Das TORNADO® Mobil wurde eigens für Anwendungen wie diese entwickelt.“ Die TORNADO® XLB-8/2 Drehkolbenpumpe ist auf einem Anhänger montiert und dadurch schnell und unkompliziert genau dort einsatzbereit, wo sie gerade gebraucht wird. Dadurch entfällt eine aufwändige Neuinstallation bei jedem Standortwechsel der Baustelle. Im Inneren der Pumpe rotieren zwei dreiflügelig gewendelte Kolben, die eng ineinandergreifen. Durch diese Drehbewegung entsteht an der Saugseite ein Unterdruck, der das Fördermedium selbsttätig ansaugt. Dies ermöglicht ein zuverlässiges Ansaugen aus bis zu sieben Metern Tiefe sowie einen sofortigen Wiederanlauf nach Unterbrechungen oder bei Luft im Ansaugbereich. Die robuste Bauweise der Drehkolbenpumpe verkraftet Feststoffe mit einer Korngröße von bis zu 70 Millimetern, darunter Sand, Holzreste, Toilettenpapierreste und Fäkalien. Dadurch bleibt die Förderleistung auch bei stark verschmutztem Rohabwasser stabil. Das patentierte FSIP® Design erlaubt Ihnen zudem die Wartung direkt am Einsatzort, ohne die Pumpe auszubauen oder zu zerlegen. Für viele Arbeiten genügt es, den Gehäusedeckel zu öffnen, um an Kolben, Dichtungen und weitere wesentliche Komponenten zu gelangen. Das reduziert den Serviceaufwand und verkürzt Ihre Stillstandszeiten. „Die Konstruktion ist darauf ausgerichtet, sowohl den Transport und flexiblen Betrieb als auch Wartungseingriffe so einfach und intuitiv wie möglich zu gestalten“, erklärt Mair. „Selbst ein Austausch von Verschleißteilen oder eine schnelle Reinigung sind in wenigen Schritten erledigt.“
Das TORNADO® Mobil wurde beckennah positioniert, um eine kurze Saugseite zu gewährleisten. Über drei Ansaugschläuche gelangte das Rohabwasser direkt in die Pumpe, die es mit einer konstanten Förderleistung von bis zu 1.000 Kubikmetern bei einem Druck von maximal drei bar zuverlässig über eine Strecke von rund 200 Metern zu einem anderen Teil der Anlage transportierte. Der Inhalt des 1.500 Kubikmeter fassenden Vorklärbeckens konnte auf diese Weise vollständig umgeleitet werden. Der Reinigungsprozess der Anlage lief währenddessen ohne Unterbrechung weiter, während die Schäden am ausgepumpten Becken und den trockengelegten Rohren mithilfe eines Inliners repariert und abgedichtet wurden. „Mit dem TORNADO® Mobil konnten wir schnell eine Lösung etablieren, um die Instandsetzung von Vorklärbecken und Rohrleitungen vorzunehmen. Die kompetente Beratung durch die Kollegen von NETZSCH hat das Projekt zu einem vollen Erfolg gemacht“, so Wohlschlager.
Kontaktieren auch Sie die Expertinnen und Experten von NETZSCH und lassen Sie sich beraten. Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung Ihrer nächsten Sanierungs- oder Umleitungsmaßnahme.
TORNADO® Mobil
- Medium: Rohabwasser mit hohem Feststoffanteil
- Fördermenge: Bis zu 1.000 m³/h
- Druck: Bis zu 3 bar
- Feststoffanteil: Korngröße bis zu 70 mm
- Sonstiges: Ansaugtiefe bis 7 m








